Krank macht krank

Krank macht krank ... komische Aussage, was? Aber leider die Tatsache.

Jeder Mensch, der einmal krank wird, muss verschiedene Phasen der Krankheitsbewältigung durchleben, um nicht daran zu zerbrechen.

Die erste Phase, die Neuanpassung, habe ich locker eingesteckt. Doch alles, was danach kam, habe ich "verpennt". Ich habe sie einfach übersprungen.

Somit wurde ich noch mehr krank. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Ich veränderte mich, ohne, dass ich es überhaupt mit bekam. Mein Wesen veränderte sich, meine Ansichten wurden komisch und unverständlich, mein ganzes leben wurde anders ...

Ich entwickelte über die Jahre einen Menschen, der ich eigentlich gar nicht war und der ich eigentlich auch gar nicht sein wollte. Ich baute Mauern um mich herum, ich riss alle Stricke ab, die andere hätten zu mir führen können. Ich legte mich in eine Hülle, die nur ich öffnen konnte.

Posttraumatische Belastungsstörung mit schwerer Depression und suizidalen Verhalten ... Wow ... was für eine Diagnose. Ein Schock. Für alle. Und das im Alter von 12 Jahren. Man glaubt kaum, dass man sowas in so jungen Jahren bekommt. Doch Fakt ist, das Leben meinte es nicht gut mit mir und zog mich bis in den Boden und noch viel tiefer.

Naja, was folgte waren 2 Jahre (gott sei Dank) ambulante Therapie, mit vielen Rückfällen. Eine stationäre Therapie kam nicht in Frage für mich. Zum Glück hatte ich eine gute "Fee" an meiner Seite, die mich nie aufgab und mir vertraute und so viel Geduld hatte mit mir. Ich werde ihr auf ewig dankbar sein, dass sie mir mein Leben wieder geschenkt hat.

 

Eure emmi

2 Kommentare 4.11.15 17:02, kommentieren

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Verdrängen bedeutet Konsequenz

Das erste Jahr mit der Erkrankung verlief ganz "normal". Ich hielt brav meine Therapie ein und ernährte mich gesund.

Aber damit war ich nicht glücklich. Klar, wer ist schon damit glcüklich?! und als 12-jährige schon gar nicht ...

Ich wollte meine Freiheit wieder. Fest gekettet an diese verdammte krankheit zu sein schnürrte mir die Luft ab ...

Also begann ich, alles zu vernachlässigen. Erst die ständige Blutzuckermessung, dann die Medikamente ... zum Schluss hörte ich auf zu essen. 

Essen .... wer braucht das schon? Das wird heute eh alles überbewertet ... dachte ich. Der Kummer über die Familie, die sich sowieso nicht dafür interessierte, wie es lief, die Krankheit, die ich nie wieder los bekomme und das Mobbing in der Schule machte die Seele des, gerade in die Pubertät kommende, Mädchen kaputt.

Und so kam es dazu, dass ich natürlich mein Gewicht verlor. Das, weswegen ich jahrelang gedemütigt wurd, verschwand. Im Eiltempo verlor ich 30 Kilo in 3 Monaten ... fast wie bei "The Biggest Loser" was?!

Mich freute es, aber meinem körper tat es nicht gut. Und meiner Selle schon gar nicht. Ich wurde depressiv, bekam Angstzustände, ich war nur noch ein kalter Stein, gefühlslos und leer. Ich dachte mehr und mehr über den Tod nach ... ich sehnte mich förmlich nach ihm. Ich schnitt mich ... mehr und mehr, tiefer und tiefer. Die Arme überseht mit Blut, doch es tat gut. Es befreite mich ... es nahm mir den Druck ... es beruhigte mich. Wie das heroin für die Junkies, war das schneiden für mich meine Droge.Ich lag auf den Schienen ... ich stand auf der Brücke, ich lag mit der Klinge in der Wanne ... doch ich konnte es nicht. Einerseits sehnte ich mich nach dem Tod, doch ich hatte Angst. Irgendwo schien tief in mir ein Fünkchen Hoffnung zu sein.

Alles nur, weil ich in dieser Welt, mit diesen Menschen und dieser Krankheit nicht klar kam.

Heute bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. ich weis nicht, warum ich es nicht konnte. irgendetwas hinderte mich daran, diese Welt zu verlassen.

....... Doch dann brachen Jahre der Qual und der Hölle heran .....

 

Carpe Diem

Eure Emmi

 

23.10.15 12:34, kommentieren